Führungsschienen
Linear-Führungsschienen sind die Präzisionsprofile mit integrierter Wälzkörperlaufbahn für Maschinenschlitten und Linearantriebe – die Grundlage von CNC-Bearbeitungszentren, Messmaschinen und Sondermaschinen. HUG führt Führungsschienen von THK und Schneeberger in 26 Baureihen mit insgesamt 184 Varianten.Technische Infos
Führende Baureihen im Überblick
- THK HSR / SHS / SR: Die meistverkauften Kugelumlauf-Profilschienenführungen weltweit – Industriestandard für CNC-Maschinen
- THK GSR: Flache Bauhöhe für Anwendungen mit begrenzter Einbauhöhe
- THK HRW: Breite Bauform für hohe Momentenbelastung
- THK SRS / SHW: Miniaturausführungen für Labortechnik und Präzisionsgeräte
- Schneeberger BMS: Schweizer Präzisionsprodukte für anspruchsvolle Industrieanwendungen
- Weitere Reihen: LU, TKDM, R, PE, NS, PU, LS, LLTHR, HSV, TSX, LW, MRS, TKVD, TS, TKSD, NH
Funktionsprinzip Profilschienenführung
- Wälzkörperumlauf: Kugeln oder Rollen laufen in gehärteten Laufbahnen – Rollreibung mit geringem Losbrechmoment
- Vier Lastrichtungen: Radial nach unten/oben und seitlich – kombinierte Kraft- und Momentenaufnahme in einer Baugruppe
- Präzisionsvorspannung: Werksseitig eingestellt für spielfreie, steife Führung
- Lange Lebensdauer: Bei korrekter Schmierung und Dichtung wartungsarm über viele Betriebsstunden
Kugel- versus Rollenführung
- Kugelumlaufführung (HSR, SHS, SR): Standard für die meisten Anwendungen – schnell, präzise, kostengünstig
- Rollenumlaufführung (R-Baureihen): Höhere Tragfähigkeit und Steifigkeit – für Schwerlastanwendungen und große Bearbeitungszentren
Typische Einsatzgebiete
- CNC-Bearbeitungszentren: Achsführungen für X-, Y- und Z-Achse
- Werkzeugmaschinenbau: Präzise Schlittenführung mit geringem Reibmoment
- Mess- und Prüftechnik: KMG-Achsen und Laboraufbauten
- Sondermaschinenbau: Handling-, Schweiß- und Montageautomaten
- Halbleiter- und Elektronikfertigung: Mikro-Positionierung in Reinraumumgebung
Auswahlkriterien
- Baugröße: Die nominelle Schienenbreite (15, 20, 25, 30, 35, 45, 55, 65 mm) bestimmt Tragfähigkeit
- Schienenlänge: Nach Verfahrweg plus Wagen- und Anschlagüberstand
- Wagenzahl: Zwei Wagen pro Schiene sind Standard, vier Wagen für hohe Momentlasten
- Vorspannklasse: C0 (leicht) bis C3 (stark) – höhere Vorspannung = mehr Steifigkeit, aber mehr Reibung
- Genauigkeitsklasse: Normal, hoch, präzise, superpräzise – je nach Positioniergenauigkeit
Ergänzende Lineartechnik
- Linear-Kugellager (Kugelbuchsen) für Wellenführungen als Alternative
- Vollwellen als gehärtete Linearwellen
- Y-Lager und Spannkugellager für rotatorische Lagerstellen
- Positionierelemente für die Werkstückfixierung auf dem Schlitten
FAQ – häufige Fragen zu Führungsschienen
- HSR oder SHS – welche THK-Baureihe für meine Maschine? HSR ist die meistverkaufte Standardreihe – belastbar in alle vier Lastrichtungen, weltweit verfügbar als Ersatzteil. SHS ist die Weiterentwicklung mit etwas besserer Laufruhe und höherer Tragfähigkeit bei gleichem Bauraum. Bei Neukonstruktion: SHS. Bei Ersatzteil-Beschaffung für eine bestehende Maschine: dieselbe Baureihe wie das Original.
- Welche Vorspannklasse C0, C1, C2 oder C3? C0 (keine Vorspannung) bei sanften Anwendungen mit wechselnder Last. C1 (leichte Vorspannung) als Standard für Werkzeugmaschinen. C2 für höhere Steifigkeitsanforderung. C3 (starke Vorspannung) bei extremen Steifigkeitsanforderungen wie Schleifmaschinen-Spindeln. Höhere Vorspannung = mehr Steifigkeit, aber auch mehr Reibung und kürzere Lebensdauer.
- Kugel- oder Rollenführung? Kugelführung (HSR, SHS, SR) reicht für 90 % aller Maschinen – schneller, leiser, günstiger. Rollenführung (R-Suffix bei THK) für Schwerlast über 50 kN dynamisch oder wenn maximale Steifigkeit gefordert ist – z. B. große Bearbeitungszentren mit 5-Achs-Schwerzerspanung. Im Zweifel Kugel.
- Wie genau muss die Schienen-Anlagefläche sein? Sehr genau – Abweichungen von 0,02 mm reichen schon für ungleichmäßige Belastung und vorzeitigen Verschleiß. Anlagefläche der Schienen muss plangefräst und entgratet sein, Schraubenlöcher exakt mittig. Bei zwei parallelen Schienen müssen beide Anlageflächen in derselben Ebene liegen. Faustregel: Anlagegüte direkt mit der Genauigkeitsklasse der Schiene mitbestellen.
- Wie schmiere ich Führungsschienen richtig? Wagen sind ab Werk gefettet (Lithium-Mehrzweck oder Spezial-Linearführungsfett). Standard-Nachschmierung: alle 100 km Verfahrweg oder alle 6 Monate, je nachdem was zuerst kommt. Über die Schmiernippel am Wagen – nicht zu viel (austretendes Fett verschmutzt die Schiene). Bei häufigem Reinigen: Zentralschmierung integrieren.
