Axiallager
Axiallager nehmen Kräfte in Richtung der Wellenachse auf – dort, wo Radiallager an ihre Grenzen stoßen. Typische Quellen für Axialkräfte sind Schrägverzahnungen in Getrieben, Propellerschub in Antriebssträngen und Gewichtskräfte bei vertikal angeordneten Wellen. HUG führt Axiallager von SKF, FAG und NKE ab Lager.1564 Artikel gefunden
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Bauarten – welches Axiallager für welche Belastung?
Neun Bauarten decken das Spektrum von der Miniaturanwendung bis zum Schwermaschinenbau:- Axialrillenkugellager (DIN 711/715): Häufigste Bauform. Einseitig (DIN 711) oder zweiseitig wirkend (DIN 715). Für Spindeln, Drehtische und Schwenkeinheiten. Moderate Drehzahlen, geringe Kippbelastung.
- Axialnadellager: Extrem flache Bauweise. Nadelförmige Wälzkörper bieten bei minimalem Einbauraum hohe Tragfähigkeit. Für Getriebestufen, Kupplungen und Werkzeugrevolver.
- Axialzylinderrollenlager: Zylindrische Rollen für hohe Axialkräfte bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen. Vertikale Pressen, Drehtürme und Schwerlastdrehverbindungen.
- Axialkegelrollenlager: Nehmen neben hohen Axialkräften auch begrenzte Radialkräfte auf. Linienförmiger Kontakt ergibt höhere Tragzahlen als Rillenkugellager gleicher Baugröße. Pressen, Extruder, Walzwerke.
- Axialpendelrollenlager: Selbsteinstellend bei Wellendurchbiegung und Fluchtungsfehlern. Für Schwerlastanwendungen mit unvermeidbarem Wellenversatz.
- Axialschrägkugellager: Kombinieren Axial- und Radialtragfähigkeit. Druckwinkel ~60°. Für Kugelgewindetriebe in Werkzeugmaschinen und hochgenaue Positioniersysteme.
- Axialzylinderrollenkränze: Käfig mit Zylinderrollen ohne eigene Laufscheiben – nutzen gehärtete Maschinenteile als Laufbahn. Platzsparendste Lösung.
- Nadel-Axial-Zylinderrollenlager: Kombination aus Axialnadellager und Zylinderrollenlager in einer Einheit. Für komplexe Lastfälle mit axialer und radialer Komponente.
- Niro-Axialrillenkugellager: Edelstahlausführung für korrosive Umgebungen – Lebensmitteltechnik, Nassbereich, Außenanwendungen.
Werkstoffe und Schmierung
Standard: Wälzlagerstahl 100Cr6 (1.3505), Härte 58–65 HRC. Für korrosive Umgebungen Edelstahl (AISI 440C) oder beschichtete Varianten. Keramikwälzkörper (Si₃N₄) für Hochgeschwindigkeitsanwendungen – reduzierte Fliehkraft, höhere Grenzdrehzahlen.- Fettschmierung: Wartungsarm, für die meisten Industrieanwendungen ausreichend.
- Ölschmierung: Bei hohen Drehzahlen oder Temperaturen über +120 °C. Synthetische Spezialfette als Alternative.
Einbau und Passungen
Axiallager erfordern eine spielfreie bis leicht vorgespannte Einstellung:- Wellenscheibe: Fest auf der Welle (Übergangspassung)
- Gehäusescheibe: Lose im Gehäuse
- Lastrichtung: Bei einseitig wirkenden Lagern muss die Axialkraft immer in die vorgesehene Richtung wirken – Lastumkehr beschädigt das Lager
