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Axiallager

Axiallager nehmen Kräfte in Richtung der Wellenachse auf – dort, wo Radiallager an ihre Grenzen stoßen. Typische Quellen für Axialkräfte sind Schrägverzahnungen in Getrieben, Propellerschub in Antriebssträngen und Gewichtskräfte bei vertikal angeordneten Wellen. HUG führt Axiallager von SKF, FAG und NKE ab Lager.
Erwin Küfner

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Erwin Küfner

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Bauarten – welches Axiallager für welche Belastung?

Neun Bauarten decken das Spektrum von der Miniaturanwendung bis zum Schwermaschinenbau:
  • Axialrillenkugellager (DIN 711/715): Häufigste Bauform. Einseitig (DIN 711) oder zweiseitig wirkend (DIN 715). Für Spindeln, Drehtische und Schwenkeinheiten. Moderate Drehzahlen, geringe Kippbelastung.
  • Axialnadellager: Extrem flache Bauweise. Nadelförmige Wälzkörper bieten bei minimalem Einbauraum hohe Tragfähigkeit. Für Getriebestufen, Kupplungen und Werkzeugrevolver.
  • Axialzylinderrollenlager: Zylindrische Rollen für hohe Axialkräfte bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen. Vertikale Pressen, Drehtürme und Schwerlastdrehverbindungen.
  • Axialkegelrollenlager: Nehmen neben hohen Axialkräften auch begrenzte Radialkräfte auf. Linienförmiger Kontakt ergibt höhere Tragzahlen als Rillenkugellager gleicher Baugröße. Pressen, Extruder, Walzwerke.
  • Axialpendelrollenlager: Selbsteinstellend bei Wellendurchbiegung und Fluchtungsfehlern. Für Schwerlastanwendungen mit unvermeidbarem Wellenversatz.
  • Axialschrägkugellager: Kombinieren Axial- und Radialtragfähigkeit. Druckwinkel ~60°. Für Kugelgewindetriebe in Werkzeugmaschinen und hochgenaue Positioniersysteme.
  • Axialzylinderrollenkränze: Käfig mit Zylinderrollen ohne eigene Laufscheiben – nutzen gehärtete Maschinenteile als Laufbahn. Platzsparendste Lösung.
  • Nadel-Axial-Zylinderrollenlager: Kombination aus Axialnadellager und Zylinderrollenlager in einer Einheit. Für komplexe Lastfälle mit axialer und radialer Komponente.
  • Niro-Axialrillenkugellager: Edelstahlausführung für korrosive Umgebungen – Lebensmitteltechnik, Nassbereich, Außenanwendungen.

Werkstoffe und Schmierung

Standard: Wälzlagerstahl 100Cr6 (1.3505), Härte 58–65 HRC. Für korrosive Umgebungen Edelstahl (AISI 440C) oder beschichtete Varianten. Keramikwälzkörper (Si₃N₄) für Hochgeschwindigkeitsanwendungen – reduzierte Fliehkraft, höhere Grenzdrehzahlen.
  • Fettschmierung: Wartungsarm, für die meisten Industrieanwendungen ausreichend.
  • Ölschmierung: Bei hohen Drehzahlen oder Temperaturen über +120 °C. Synthetische Spezialfette als Alternative.
Die Tragzahlen nach DIN ISO 76 (statisch) und DIN ISO 281 (dynamisch) bilden die Grundlage für die Lebensdauerberechnung.

Einbau und Passungen

Axiallager erfordern eine spielfreie bis leicht vorgespannte Einstellung:
  • Wellenscheibe: Fest auf der Welle (Übergangspassung)
  • Gehäusescheibe: Lose im Gehäuse
  • Lastrichtung: Bei einseitig wirkenden Lagern muss die Axialkraft immer in die vorgesehene Richtung wirken – Lastumkehr beschädigt das Lager
Bereits wenige Hundertstel Millimeter Fehlausrichtung zwischen Welle und Gehäuse verursachen Kantenlasten auf den Wälzkörpern. Axialpendelrollenlager oder Ausgleichsscheiben kompensieren Fluchtungsfehler.

Axiallager bei HUG – SKF, FAG und NKE ab Lager

HUG Technik und Sicherheit führt Axiallager von SKF, FAG und NKE in allen gängigen Bauarten: Axialrillenkugellager, Axialnadellager, Axialkegelrollenlager und Axialschrägkugellager. Ergänzend finden Sie bei HUG das gesamte Kugellager- und Wälzlagerprogramm sowie Wälzlager-Zubehör wie Abzieher, Dichtungen und Sicherungsringe. Wer ein Drucklager nach Maß sucht oder Unterstützung bei der Lebensdauerberechnung braucht, erreicht das Technikteam direkt. Bestellungen bis 16 Uhr gehen noch am selben Tag in den Versand.