Wasserschläuche
Wasserschläuche transportieren Brauchwasser, Industriewasser und Heißwasser in der Gebäudetechnik, auf Baustellen, in der Landwirtschaft und in der industriellen Produktion. Die Anforderungen reichen von einfacher Wasserförderung bei Umgebungstemperatur bis zur Heißwasserleitung bei 100 °C und mehr. Technisches Hintergrundwissen zu Trinkwasserschläuchen bietet unser Fachbeitrag Trinkwasserschlauch.Technische Infos
Brauchwasser oder Industriewasser – welcher Schlauch wofür?
HUG führt Wasserschläuche in zwei Leistungsklassen, die sich in Druckfestigkeit und Einsatzumgebung unterscheiden:- Brauchwasserschläuche: Fördern nicht-trinkbares Wasser für Bewässerung, Reinigung, Kühlung und allgemeine Wasserversorgung. Arbeitsdrücke 6–16 bar. Leichtere Bauweise, günstiger im Meterpreis. Typisch für Gartenbau, Landwirtschaft und leichte Industrieanwendungen.
- Industriewasserschläuche: Für härtere Bedingungen ausgelegt – höhere Drücke (10–25 bar), stärkere mechanische Beanspruchung durch Überfahren, Schleifen und Knicken. Mehrlagige Textileinlage oder Drahtspiralverstärkung. Einsatz auf Baustellen, in Stahlwerken, Kraftwerken und Waschanlagen.
Werkstoffe – EPDM oder PVC?
Der Werkstoff der Innenseele bestimmt Temperaturbeständigkeit, Lebensdauer und Preis:- EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk): Verträgt Wassertemperaturen bis 100 °C. Beständig gegen Ozon, UV-Strahlung und Alterung. Flexibel auch bei Minusgraden. Erste Wahl für Heißwasser, Dampf und den dauerhaften Außeneinsatz.
- PVC (Polyvinylchlorid): Günstiger in der Anschaffung, aber auf Temperaturen bis 60 °C begrenzt. Verliert bei Kälte seine Flexibilität und wird spröde. Für einfache Brauchwasserförderung bei Raumtemperatur ausreichend.
Heißwasserschläuche – Dauerbetrieb über 70 °C
Heißwasserschläuche sind für Dauerbetrieb bei Wassertemperaturen von 70 °C bis 100 °C konstruiert, kurzzeitig bis 120 °C. Die Innenseele aus speziellem EPDM-Compound widersteht Heißwasser, ohne zu quellen oder zu verhärten. Typische Einsatzorte:- Reinigungs- und Desinfektionsanlagen (CIP – Cleaning in Place)
- Lebensmittelproduktion, Brauereien, Molkereien
- Chemische Industrie
Anschlüsse und Verbindungen
Wasserschläuche werden über Schlauchschellen nach DIN 3017-1 oder Presshülsenverbindungen an die Armatur angeschlossen:- Schneckengewindeschellen: Einfachste Verbindung, geeignet bis 10 bar. Montage mit Schraubendreher oder Nuss.
- Presshülsenverbindungen: Für höhere Drücke und dauerhafte Installationen. Halten dem vollen Betriebsdruck stand und lösen sich auch unter Vibration nicht.
- Storz-Kupplungen: Standard für Feuerwehr- und Industriewasserschläuche in Deutschland. Druckloses Kuppeln und Entkuppeln ohne Werkzeug.
Lagerung und Lebensdauer
Gummiwasserschläuche unterliegen der Alterung. Die maximale Lagerdauer beträgt vier Jahre ab Herstelldatum – unabhängig vom optischen Zustand. Nach Ablauf muss der Schlauch vor dem Erstgebrauch geprüft werden. Richtige Lagerung verlängert die Lebensdauer:- Dunkel, trocken, bei 15–25 °C, ohne UV-Einstrahlung
- Kein Kontakt mit Ozonquellen (Elektromotoren, Transformatoren)
- Liegend in Ringen lagern – nie hängend oder über scharfe Kanten
- Knicke im Lager erzeugen dauerhafte Materialschäden, die unter Druck zum Bersten führen
