Elastomer-Federn
Elastomer-Federn isolieren Schwingungen, dämpfen Stöße und schützen Maschinen vor dynamischen Belastungen. Anders als Stahlfedern vereinen sie Federung und Dämpfung in einem Bauteil – ohne zusätzliche Dämpfungselemente. HUG liefert Elastomer-Federn für die industrielle Schwingungstechnik ab Lager.Technische Infos
Warum Elastomer statt Stahl?
Stahlfedern speichern Energie und geben sie beim Rückfedern fast vollständig zurück – ohne separaten Dämpfer schwingt das System nach. Elastomer-Federn absorbieren einen Teil der Energie durch innere Reibung (Hysterese). Dieser Energieverlust wandelt sich in Wärme um und beruhigt das System. Eine Feder, die gleichzeitig dämpft, spart Bauraum und Montageaufwand. Zwei weitere Vorteile gegenüber Stahlfedern:- Progressive Kennlinie: Bei kleinen Verformungen weich, bei zunehmender Belastung härter. Passt sich an schwankende Lasten an – ideal für Pressenstöße, Fahrzeugaufbauten und vibrierende Aggregate.
- Geräuschentkopplung: Elastomer überträgt keinen Körperschall. Stahlfedern leiten Schwingungen als Geräusch weiter.
Werkstoffe – welches Elastomer für welche Umgebung?
- Naturkautschuk (NR): Beste Elastizität und Rückprallelastizität. –40 °C bis +80 °C. Nicht beständig gegen Mineralöle und Ozon. Für schwingungsbelastete Aufstellungen im Innenbereich.
- Chloropren (CR): Öl- und witterungsbeständig. –30 °C bis +100 °C. Im Außenbereich und in der Nähe von Motoren mit Ölnebel die bessere Wahl als NR.
- Nitrilkautschuk (NBR): Widersteht Mineralölen, Kraftstoffen und Hydraulikflüssigkeiten. –30 °C bis +100 °C. Standardwerkstoff in ölbelasteten Maschinenumgebungen – Pressen, Stanzen, Kompressoren.
Bauformen und Belastungsarten
- Zylindrische Federn: Axiale Druckbelastung. Für Maschinenaufstellungen, Puffersysteme und Anschlagdämpfer.
- Konische Federn: Zusätzliche Stabilität gegen seitliches Kippen. Für dynamisch beanspruchte Lagerungen mit Querkraftanteil.
- Scheibenfedern: Geringe Bauhöhe für beengte Einbauräume.
- Gummi-Metall-Verbindungen: Kombinieren Druck- und Schubfederung in einem Element. Metallanschlussplatten erlauben einfache Verschraubung. Für Motorlager und Aggregatelagerungen.
Auslegung – drei Kennwerte bestimmen die Auswahl
- Statische Last: Gewicht der gelagerten Maschine bestimmt die nötige Tragfähigkeit.
- Erregerfrequenz: Drehzahl oder Taktfrequenz der Störquelle. Die Eigenfrequenz des Feder-Masse-Systems muss unter 70 % der Erregerfrequenz liegen, damit Isolation einsetzt.
- Gewünschte Isolierwirkung: Je niedriger die Eigenfrequenz, desto besser die Isolation – aber desto weicher die Federung und größer die statische Einfederung.
