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Sicherheitsschuhe SB, S1 und S1P

Sicherheitsschuhe der Klassen SB, S1 und S1P sind für trockene Arbeitsplätze konzipiert, an denen eine Zehenschutzkappe vorgeschrieben ist. Was die drei Klassen unterscheidet und wann welche Schutzklasse die richtige Wahl ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung nach EN ISO 20345:2022.
Andreas Selwitschka

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Grundanforderung: 200-Joule-Zehenschutzkappe

Alle Sicherheitsschuhe – von SB bis S7 – erfüllen die Grundanforderung der EN ISO 20345:2022: eine Zehenschutzkappe, die einer Prüfenergie von 200 Joule standhält. Das entspricht einem 20 kg schweren Gegenstand, der aus einem Meter Höhe auf die Schuhspitze fällt. Ohne diese Kappe ist es kein Sicherheitsschuh im Sinne der Norm. Die Klassifizierung SB, S1 und S1P beschreibt Zusatzanforderungen über diese Grundschutzkappe hinaus. Je höher die Klasse, desto mehr Schutzeigenschaften sind gefordert.

SB – die Basisklasse

SB steht für „Safety Basic". Ein SB-Schuh bietet die Zehenschutzkappe und – seit der Normrevision 2022 – obligatorische Rutschhemmung. Mehr nicht. Der Fersenbereich darf offen sein, Energieaufnahme im Fersenbereich ist nicht gefordert. SB-Schuhe kommen dort zum Einsatz, wo ausschließlich eine Zehenschutzkappe gefordert ist und keine weiteren Gefahren bestehen. In der Praxis ist das selten – die meisten Arbeitsplätze erfordern mindestens S1. SB findet sich hauptsächlich als Sandale oder Clog in geschützten Arbeitsbereichen wie Labors, Lagerräumen oder Montageplätzen ohne Stolpergefahren.

S1 – geschlossener Fersenbereich und Antistatik

S1 erweitert SB um drei wesentliche Anforderungen:
  • Geschlossener Fersenbereich: Der Fuß ist rundherum geschützt, kein Herausrutschen nach hinten möglich. Das erhöht die Trittsicherheit auf Leitern, Treppen und unebenen Böden.
  • Energieaufnahme im Fersenbereich: Die Sohle absorbiert Stoßenergie beim Auftreten. Das entlastet Gelenke und Wirbelsäule bei langem Stehen und Gehen auf harten Böden.
  • Antistatische Eigenschaften: Der Schuh leitet elektrostatische Aufladung kontrolliert ab (Durchgangswiderstand 100 kΩ bis 1.000 MΩ). Pflicht in Bereichen mit empfindlicher Elektronik, brennbaren Stäuben oder Lösungsmitteldämpfen.
S1-Halbschuhe sind die häufigsten Sicherheitsschuhe in der Industrie. Sie eignen sich für Montage, Logistik, Elektrotechnik und alle trockenen Innenbereiche ohne Durchtrittgefahr.

S1P – Sicherheitsschuh mit Durchtrittschutz

S1P ergänzt S1 um den Durchtrittschutz – die wichtigste Zusatzanforderung für Baustellen, Werkstätten und Bereiche mit Nagel-, Schrauben- oder Spanngefahr am Boden. Der Durchtrittschutz verhindert, dass spitze Gegenstände die Sohle durchdringen und den Fuß verletzen. Zwei Varianten sind am Markt: Stahl-Durchtrittschutz – eine Stahlplatte in der Sohle. Bietet flächendeckenden Schutz, ist aber steifer und schwerer. Die Stahlplatte deckt nicht den gesamten Sohlenbereich ab – im Randbereich können bei ungünstigem Auftrittswinkel spitze Gegenstände durchdringen. Textiler Durchtrittschutz – ein mehrlagiges Gewebe aus Aramid- oder Polyesterfasern. Leichter und flexibler als Stahl, deckt die gesamte Sohlfläche ab. Seit der Normrevision 2022 als gleichwertige Alternative anerkannt. Die Prüfung erfolgt mit einem 4,5-mm-Nagel bei 1.100 N Kraft. In der aktuellen Norm wird zwischen S1P (Durchtrittschutz mit Stahlsohle) und S1PL (textiler Schutz) unterschieden. Beide erfüllen die gleiche Schutzfunktion, unterscheiden sich aber in Tragekomfort und Gewicht. S1P-Stiefel bieten zusätzlich Knöchelschutz für Einsätze mit erhöhter Verletzungsgefahr.

Auswahlhilfe: SB, S1 oder S1P?

Die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers legt fest, welche Schutzklasse getragen werden muss. Als Orientierung: SB reicht in geschützten Innenräumen ohne Stolpergefahren, ohne spitze Gegenstände am Boden und ohne elektrostatische Gefährdung. Beispiele: Labor, Großküche, Pforte. S1 ist der Standard für trockene Innenarbeitsplätze in Industrie, Logistik und Handwerk – überall dort, wo Trittsicherheit und Antistatik gefordert sind, aber kein Durchtrittrisiko besteht. Beispiele: Montage, Kommissionierung, Elektrotechnik, Maschinenbedienung. S1P ist Pflicht, sobald spitze oder scharfkantige Gegenstände auf dem Boden liegen können. Beispiele: Schreinereien (Nägel, Schrauben), Schlossereien (Späne, Grate), Baustellen (Nägel in Brettern), Autowerkstätten (Blechteile). Für nasse Arbeitsumgebungen – Außenbaustellen, Reinigungsbereiche, Lebensmittelproduktion – sind S1 und S1P nicht ausgelegt. Hier greifen die wasserbeständigen Klassen S2 und S3.

Sicherheitsschuhe SB, S1 und S1P bei HUG – Markenauswahl und Beratung

HUG Technik und Sicherheit führt Sicherheitsschuhe der Klassen SB, S1 und S1P von ELTEN, HAIX, COFRA, PUMA und albatros. Halbschuhe, Stiefel, Sandalen und Clogs in Größen von 36 bis 50. Ergänzend finden Sie bei HUG Sicherheitsschuhe der höheren Klassen S2, S3 und S5 für nasse und schwere Einsatzbedingungen sowie Schuhzubehör wie Einlegesohlen und Überschuhe. Das Fachteam berät zur richtigen Schutzklasse auf Basis der Gefährdungsbeurteilung – und zur passenden Passform, denn der beste Sicherheitsschuh nützt nichts, wenn er nicht getragen wird. Bestellungen bis 16 Uhr gehen noch am selben Tag in den Versand.