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Informationen zur Bauform

Zur Materialbestimmung

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Schnell zum passenden Wellendichtring mit unseren Tipps zur Bezeichnung:

WW-AA-BB Typ XX ZZZ
WW = Wellendurchmesser [mm]
AA  = Außendurchmesser [mm]
BB  = Breite (mm)
XX  = Bauform
ZZZ = Werkstoff

Ohne Feder – wann das sinnvoll ist

Standardwellendichtringe verwenden eine Schlauchfeder, um die Dichtlippe mit definierter Radialkraft an die Welle zu pressen. Bei Bauform A-OF-RI übernimmt die Eigenspannung des Elastomers diese Aufgabe allein. Das funktioniert zuverlässig unter drei Bedingungen:
  • Niedrige Umfangsgeschwindigkeit: Typisch unter 4 m/s
  • Geringer Differenzdruck: Unter 0,3 bar am Dichtspalt
  • Gute Wellenoberfläche: Keine ausgeprägten Rundlaufabweichungen
Ohne Feder sinkt die Anpresskraft auf die Welle. Die Folge: weniger Reibung, weniger Wärmeentwicklung, geringeres Anlaufdrehmoment. Für Anwendungen, bei denen jedes Newtonmeter Reibungswiderstand zählt – kleine Elektromotoren, feinmechanische Antriebe, Pneumatikventile – ist das ein messbarer Vorteil.

Rückförderrippen – aktive Leckageprävention

Die spiralförmigen Rippen auf der Lippenfläche erzeugen bei Wellendrehung einen Pumpeffekt, der anhaftenden Schmierstoff aktiv in den Dichtraum zurückfördert. Dieser Mechanismus ergänzt den hydrodynamischen Pumpeffekt der Dichtlippe und verbessert die Dichtwirkung besonders bei niedrigen Drehzahlen. Wichtig: Rückförderrippen arbeiten drehrichtungsabhängig. Die Rippengeometrie ist auf eine Drehrichtung ausgelegt. Bei falscher Einbaurichtung kehrt sich der Pumpeffekt um – der Dichtring fördert Schmierstoff nach außen statt zurück. Vor dem Einbau muss die Drehrichtung der Welle geprüft und die Einbaurichtung des Dichtrings darauf abgestimmt werden.

Typische Einsatzfelder

  • Stehende und langsam drehende Wellen: Stellantriebe, Ventilspindeln und handbetätigte Getriebe drehen selten schneller als wenige Umdrehungen pro Minute. Die Eigenspannung reicht aus, eine Feder wäre überflüssig.
  • PTFE-Dichtlippen: Wellendichtringe mit PTFE-Dichtlippe arbeiten konstruktionsbedingt federlos. PTFE ist steifer als NBR oder FPM und erzeugt durch seine Materialhärte ausreichende Anpresskraft. Temperaturbereich –200 °C bis +260 °C, chemisch nahezu universell beständig. Mehr zur Werkstoffwahl auf unserer Fachseite.
  • Schutzdichtungen: Als zusätzliche Barriere vor einem Wälzlager montiert. Verhindert das Eindringen von Staub oder Spritzwasser, ohne das Lager durch Reibung zu belasten.

Abgrenzung: A-OF-RI, B-OF oder A?

Bauform B-OF verzichtet ebenfalls auf die Feder, hat aber einen blanken Metallmantel statt Elastomermantel – für CNC-Bohrungen mit Presspassung. Bauform A mit Feder ist die richtige Wahl, wenn höhere Drehzahlen oder Drücke auftreten. A-OF-RI bleibt die beste Option, wenn Elastomermantel, niedrige Reibung und aktive Rückförderung zusammen gefordert sind. Die Wellendichtring-Bestimmung nach Maß hilft bei der Zuordnung der richtigen Abmessung.

Bauform A-OF-RI bei HUG

HUG Technik und Sicherheit führt Bauform-A-OF-RI-Wellendichtringe in NBR und FPM. PTFE-Ausführungen sind kurzfristig beschaffbar. Ergänzend finden Sie bei HUG alle weiteren Wellendichtring-Bauformen Bestellungen bis 16 Uhr gehen noch am selben Tag in den Versand.