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Informationen zur Bauform

Zur Materialbestimmung

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Schnell zum passenden Wellendichtring mit unseren Tipps zur Bezeichnung:

WW-AA-BB Typ XX ZZZ
WW = Wellendurchmesser [mm]
AA  = Außendurchmesser [mm]
BB  = Breite (mm)
XX  = Bauform
ZZZ = Werkstoff

Elastomermantel – warum Bauform A Toleranzen ausgleicht

Der Versteifungsring aus Stahlblech sitzt vollständig innerhalb des Elastomerkörpers. Die Gummiummantelung übernimmt zwei Aufgaben gleichzeitig: Sie fixiert den Dichtring in der Bohrung und bildet eine statische Abdichtung zwischen Ring und Gehäuse. In der Praxis sind Gehäusebohrungen selten perfekt. Gussteile weisen Lunker auf, nachbearbeitete Bohrungen haben Drehriefen, Aluminiumgehäuse dehnen sich bei Betriebstemperatur stärker aus als Stahl. Bauform A gleicht diese Abweichungen aus – drei Szenarien zeigen den Vorteil:
  • Leichtmetallgehäuse: Aluminium hat einen Wärmeausdehnungskoeffizienten von ~23 × 10⁻⁶ K⁻¹ – rund doppelt so hoch wie Stahl. Bei 80 °C vergrößert sich die Bohrung messbar. Der elastische Außenmantel folgt dieser Ausdehnung und hält den Presssitz aufrecht.
  • Geteilte Gehäuse: An der Trennfuge zweier Gehäusehälften entsteht unvermeidlich ein minimaler Versatz. Bauform A überbrückt diesen Versatz, Bauform B mit blankem Metallmantel verliert an der Trennfuge die Dichtwirkung.
  • Reparatur und Austausch: Bei der Demontage eines alten Dichtrings entstehen häufig leichte Kratzer in der Bohrung. Der Gummimantel kompensiert solche Oberflächenschäden – erneutes Nachreiben ist in den meisten Fällen nicht nötig. Ein passendes Montageset für Wellendichtringe verhindert dabei Einbauschäden an Dichtlippe und Welle.

Werkstoffe und Einsatzgrenzen

NBR deckt den Standardbereich ab: Mineralöle, Schmierfette und HLP-Hydraulikflüssigkeiten bei –30 °C bis +100 °C. Rund 80 % aller Bauform-A-Dichtringe bestehen aus NBR. FPM (Viton) erweitert den Einsatzbereich auf synthetische Schmierstoffe, Kraftstoffe und Betriebstemperaturen bis +200 °C. Einen detaillierten Vergleich der Werkstoffeigenschaften von NBR, FPM und PTFE finden Sie auf unserer Fachseite. Die Wellenoberfläche beeinflusst die Lebensdauer direkt. DIN 3760 empfiehlt Ra 0,2 bis 0,8 µm im Laufbereich der Dichtlippe. Härtere Wellenwerkstoffe (ab 45 HRC) reduzieren den Verschleiß. Die Wellendichtring-Bestimmung nach Maß hilft bei der Zuordnung von Wellendurchmesser, Außendurchmesser und Breite.

Abgrenzung: Wann eine andere Bauform besser passt

Bauform A hat keine Staublippe. In staubigen oder spritzwasserbelasteten Umgebungen empfiehlt sich Bauform AS – konstruktiv identisch, aber mit zusätzlicher Schutzlippe auf der Luftseite. Wer eine Presspassung in einer präzisionsbearbeiteten CNC-Bohrung benötigt, greift zu Bauform B mit blankem Metallmantel. Für große Wellendurchmesser ab 100 mm mit hoher mechanischer Belastung bietet Bauform C eine breitere, doppelt versteifte Konstruktion.

Bauform A bei HUG – über 1.800 Ausführungen ab Lager

HUG Technik und Sicherheit führt Bauform-A-Wellendichtringe mit Wellendurchmessern von 4 mm bis 265 mm in NBR und FPM. Ergänzend finden Sie bei HUG alle weiteren Wellendichtring-Bauformen nach DIN 3760 sowie passende Schmiermittel für die Erstschmierung der Dichtlippe. Das Technikteam berät bei Werkstoff- und Bauformfragen – Bestellungen bis 16 Uhr gehen noch am selben Tag in den Versand.