Niro-Lager
Niro-Lager sind Wälzlager aus nichtrostendem Edelstahl für Einsatzumgebungen, in denen Standardlager aus Wälzlagerstahl korrodieren und ausfallen. Lebensmittelmaschinen, Pharmaanlagen, Nassräume und Außenanwendungen verlangen Edelstahl-Kugellager, die Feuchtigkeit, Reinigungsmittel und aggressive Medien dauerhaft standhalten.639 Artikel gefunden
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Edelstahl vs. Wälzlagerstahl – warum der Werkstoff entscheidet
Standardwälzlager bestehen aus 100Cr6 (1.3505) – hohe Härte (58–65 HRC), aber nicht korrosionsbeständig. Schon geringe Feuchtigkeit verursacht Pittingstellen auf den Laufbahnen, die das Lager innerhalb weniger Betriebsstunden zerstören. Niro-Lager verwenden nichtrostenden Stahl. Zwei Werkstoffgruppen stehen zur Auswahl:- AISI 440C (1.4125): Martensitischer Edelstahl, härtbar auf 56–58 HRC. Widersteht Wasser, milden Säuren und alkalischen Reinigungsmitteln. Tragfähigkeit ca. 15–20 % unter vergleichbarem 100Cr6 – in korrosiven Umgebungen irrelevant, weil das Standardlager dort vorzeitig ausfällt.
- AISI 316L (1.4404): Austenitischer Edelstahl für besonders aggressive Medien – Salzlösungen, Chloride, konzentrierte Säuren. Weicher als 440C und damit geringer belastbar, aber deutlich korrosionsbeständiger.
Bauformen – Rillenkugellager, Schrägkugellager und Axiallager
- Niro-Rillenkugellager (DIN 625-1): Häufigste Bauform. Radiale und axiale Kräfte in beiden Richtungen. Baureihen 6000, 6200, 6300 und Miniatur-Baureihen. Bohrungsdurchmesser 3 bis 80 mm. Offen, mit Deckscheiben (ZZ) oder Dichtscheiben (2RS).
- Niro-Schrägkugellager (DIN 628-1): Für kombinierte Radial- und Axiallasten. Druckwinkel 25° oder 40°. Typisch für Spindellagerungen und Pumpenantriebe.
- Niro-Axial-Rillenkugellager: Zwei Laufscheiben und Kugelkranz für rein axiale Lasten. Für Drehverbindungen, Drehteller und Verstellmechanismen.
Käfig, Schmierung und Abdichtung
Der Käfig hält die Kugeln auf Abstand. In Niro-Lagern kommen drei Materialien zum Einsatz:- Polyamid (PA66): Leicht und geräuscharm – Standard für die meisten Anwendungen
- PTFE: Für höhere Temperaturen und aggressive Medien
- Edelstahlblech: Für mechanische Belastung und Temperaturen über 150 °C
Einsatzgebiete
- Lebensmittel- und Getränkeindustrie: Abfüllanlagen, Förderbänder, Misch- und Knetmaschinen. Regelmäßige Nassreinigung mit Hochdruckreinigern und Desinfektionsmitteln – Standardlager überleben das nicht.
- Pharma und Medizintechnik: Strenge Hygieneanforderungen verbieten Partikelabgabe durch korrodierende Lagerkomponenten.
- Nassbereich: Schwimmbadtechnik, Wasseraufbereitung, Kläranlagen – die einzige wirtschaftlich sinnvolle Lösung, weil ständiger Austausch korrodierter Standardlager zu hohe Stillstandskosten verursacht.
- Außenbereich: Landmaschinen, Solaranlagen, maritime Anwendungen. Witterung, Salzluft und Kondensat greifen ungeschützten Wälzlagerstahl innerhalb einer Saison an.
- Chemieindustrie: Niro-Lager aus AISI 316L halten Kontakt mit Säuren, Laugen und Lösungsmitteln stand.
