Wirtschaftsjunioren bei HUG

Artikel aus der Webseite von Klartext.la

3D-Druck in Landshut

3D-Druck und Einkauf 4.0 für die ostbayerische Wirtschaft

Wirtschaftsjunioren Landshut bei HUG in Ergolding: Digitalisierung im technischen Handel

 

Die Wirtschaftsjunioren Landshut haben sich am Dienstag bei HUG Technik und Sicherheit in Ergolding über Digitalisierung im technischen Großhandel informiert. Schwerpunkte dabei waren die Modernisierung der Logistik, Einkauf 4.0 mit einem personalisierten Onlineshop und der Aufbau des internationalen 3D-Druck-Netzwerks Rapid3D, den das Unternehmen vorantreibt.

Bei technischen Entwicklungen war HUG laut den Geschäftsführern Rudolf Goldhammer und Andreas Schröter schon immer ganz vorne dabei. „Wir investieren in alles, was den Kunden einen Vorteil bietet“, sagte Schröter. Schon 1985 war im Unternehmen der erste Computer mit einem selbstgeschriebenen Programm im Einsatz. Seit 1997 ist HUG – als eines der ersten Handelsunternehmen in Deutschland – mit einer Homepage im Internet präsent. Heute hat die Website rund 3,5 Millionen Unique User pro Jahr. Im Jahr 2010 startete der Onlineshop, über den mittlerweile mit mehr als 100.000 registrierten, aktiven Kunden rund ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftet wird. Und 2017 gründete HUG gemeinsam mit Partnern aus dem In- und Ausland das 3D-Druck-Netzwerk Rapid3D. Über dessen Online-Plattform können Kunden Konstruktionsdateien hochladen, Teile in beliebigen Stückzahlen und allen Materialien drucken und liefern lassen.

„3D-Druck hat heute nichts mehr mit kleinem Plastikspielzeug zu tun“, sagte Frederik Diergarten von Rapid3D. In mehr als 30 3D-Druckverfahren könnten mittlerweile nicht nur Kunststoffe, sondern auch Metalle wie Stahl, Aluminium, Titan und Kupfer verarbeitet werden. „Das ist die optimale Technologie für die Produktion von Prototypen, Ersatzteilen und individuellen, komplexen Kleinserien.“ Dabei werde im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren deutlich weniger Material verbraucht. „Das spart den Kunden Zeit und Kosten.“ Produkte aus dem 3D-Drucker sind bereits in Hochtechnologiesparten wie Medizintechnik sowie Luft- und Raumfahrt erprobt. Aber auch in sämtlichen Industriezweigen, bei Maschinen- und Anlagenbauern und im Handwerk werden die Teile verwendet – vom Spezialwerkzeug über Schuhe, Rennwagen-Pedale, personalisierte Fahrzeugausstattung, Gasturbineneinsätze bis zu Metall-Großbauteilen wie Getriebe mit mehreren Tonnen Gewicht.

Neue 3D-Druck-Plattform geht online

„Im Dezember geht die neueste Version der Plattform Rapid3D online“, sagte Diergarten. „Dort ist die Bestellung nach tiefstem Preis oder kürzester Lieferzeit möglich. Unsere Plattform wählt je nach Kundenwunsch aus 20 Druckpartnern in Deutschland den am besten passenden Dienstleister aus. Alle Druckpartner sind von uns zuvor in Sachen Qualität, Preis und Service getestet und geprüft worden.“ Außerdem gibt es bei Rapid3D eine Online-Fachberatung von Experten zu allen Fragen rund um Konstruktion und Produktion.

Ein weiteres Digitalisierungsthema bei HUG ist Einkauf 4.0. Unter diesem Schlagwort personalisiert das Traditionsunternehmen seinen Onlineshop mit mehr als 250.000 Artikeln von mehr als 400 Herstellern je nach Kundenwunsch. „In Abstimmung mit den Unternehmen richten wir Zugänge und Bestellmöglichkeiten so ein, dass bestimmte Mitarbeiter aus vordefinierten Artikeln wählen und damit automatisch die passenden Produkte ordern können“, erklärte Schröter. „Das reduziert die internen Fehlerquellen, den Verwaltungsaufwand und senkt die Prozesskosten um 73 Prozent.“

Damit die Bestellungen bei HUG auch künftig effizient bearbeitet werden können, modernisiert die Firma gerade ihre interne Logistik. Nach einer Erweiterung der räumlichen Kapazitäten für Wareneingang, Warenausgang und Lager wird nun ein neues Regallager installiert, das mit dem hauseigenen Datensystem vernetzt ist. „Über eine App bekommen die Mitarbeiter ihren Laufweg durch das Lager angezeigt, um möglichst viele Bestellungen in möglichst kurzer Zeit kommissionieren und abwickeln zu können“, sagte Goldhammer. Schließlich solle auch weiterhin jeder Kunde seine bis 16 Uhr eingegangene Bestellung am nächsten Werktag erhalten. Aktuell werden rund 40.000 Pakete pro Jahr verschickt. „Das wollen wir weiter ausbauen.“

Weitere Informationen zur 3D-Druck-Plattform Rapid3D von HUG gibt es unter https://www.hug-technik.com/3d-druck.html.