Beim Blick auf unser Regal mit den Arbeitsschuhen zeigt sich große Vielfalt. Flotte Sportschuhe und coole Freizeitschuhe ziehen die meisten Blicke auf sich. Dazwischen fällt ein eleganter Business-Schuh auf.
Und die anderen Modelle? Einfarbig, klobig, grob. Typisch Arbeitsschuh halt? Wenn’s sein muss? Ja und nein. Arbeitsschuhe sind notwendig, um die Füße vor Verletzungen zu schützen. Gerade am Arbeitsplatz, der sich nicht im Büro befindet, warten viele Verletzungsmöglichkeiten auf die Füße und den gesamten Körper.
Sie können auf feuchten, instabilen oder glatten Untergründen ausrutschen oder auf unebenen Flächen umknicken. Spitze Teile können sich durch die Schuhsohle in den Fuß bohren oder schwere Teile auf die Zehen herabstürzen. Einige Tages- und Jahreszeiten bergen besondere Gefahren, die vom Ausrutschen auf Schnee, Eis, Matsch oder feuchtem Laub bis zum Stolpern bei Dämmerlicht reichen.

Wenn diese Gefahren nicht bestünden, ginge es den Füßen ohne Schuhe besser. Denn die Natur hat die Füße so komplex aus vielen kleinen Knochen, Gelenken, Muskeln und Bändern komponiert, dass Gehen, Stehen, Laufen oder Springen möglich werden und die Füße als Stoßdämpfer arbeiten können.
Schuhe stören in Wahrheit die natürlichen Bewegungsabläufe. Sie verführen uns zum Fersengang, behindern die natürliche Abrollbewegung oder überlasten den Ballen, wenn sie hohe Absätze aufweisen. Sie engen die Füße ein und verhindern dadurch, dass die Muskeln arbeiten können und dadurch stark gehalten werden.

Der Fuß trägt den ganzen Tag lang das gesamte Körpergewicht. Je mehr das ist, desto höher ist logischerweise die Belastung für die Füße. Reagieren diese mit Fehlstellungen, pflanzt sich das von unten nach oben fort. Es beeinflusst zuerst die Stellung der Kniegelenke, danach die des Beckens und der Wirbelsäule. So können Kopfschmerzen durchaus ihre Ursache in den Füßen haben.

Dämpfung

Wenn der Fuß mit der Spitze aufkommt, nutzt er seine natürliche Dämpfungsfunktion. Da wir aber durch die Schuhe mit der Ferse aufkommen, verlangen wir dort dämpfende Materialien. Je weicher der Schuh allerdings ist, desto mehr sinkt der Fuß ein. Auf der vergeblichen Suche nach Halt ermüdet er besonders schnell. Eine besonders weiche Ferse fördert zudem das Umknicken.

Der niederbayerische Schuhhersteller Haix stattet seine Schuhe deshalb mit einem PU-Keil aus, der den Aufprallschock senkt und gleichzeitig die Fußmuskulatur trainiert. PU hat zudem den Vorteil, dass es vom ersten bis zum letzten Tag die gleichen Dämpfungswerte aufweist. Es ist zwar etwas schwerer und teurer als EVA, das sich aber nach einiger Zeit zusammentritt und seine dämpfenden Eigenschaften verliert.

Beweglichkeit der Sohle

Wo darf sich ein Schuh knicken? Laut Haix ausschließlich im Vorfußbereich, nicht aber unter dem Fußgewölbe. Nur so werden die Abrollbewegung optimal unterstützt und das Einfallen des Fußes verhindert.

Brandsohle

Hier geht es nicht um Feuer oder Schutz vor „qualmenden Socken“. Die Brandsohle verbindet vielmehr das Oberteil des Schuhs mit der Laufsohle. Sie verteilt das Körpergewicht gleichmäßig auf die Fußsohle, verhindert, dass der Fuß über die Länge zusammengedrückt wird und schützt das Quergewölbe.
Trotz dieser wichtigen Funktion gibt es Arbeitsschuhe ohne Brandsohle!

Laufsohle

Das ist die Sohle, mit der Sie Bodenkontakt halten. Viele Sohlen bestehen aus PU, das aber leider einen extrem hohen Abrieb aufweist. Darüber hinaus handelt es sich um ein offenes Material, in das auch Flüssigkeiten eindringen können.
TPU ist thermisch behandelt, schmilzt allerdings bei 100°C.

Gummi ist zwar etwas schwerer und teurer als PU. Dafür ist es aber wesentlich abriebfester und dadurch langlebiger. Für Arbeitsschuhe bedeutsam ist auch die Tatsache, dass es wesentlich rutschsicherer ist.

Der Preis?

So einen Arbeitsschuh, der den Fuß optimal schützt und gleichzeitig so viel Freiraum wie möglich bietet, hat natürlich seinen Preis. Auch wenn sich der Billigschuh mit seinem „Kauf‘ mich!“ in den Vordergrund drängt: Überlegen Sie nur mal kurz, wie viele Stunden am Tag Sie Ihre Arbeitsschuhe tragen. Und überlegen Sie – hier sind auch die Arbeitgeber angesprochen – welche Kosten und Unannehmlichkeiten durch einen Arbeitsunfall entstehen. Allein im Herbst 2018 sind rund 7.000 Personen auf Baustellen ausgerutscht oder gestürzt!

Langer Rede kurzer Sinn: Schenken Sie Ihren Füßen und Ihren Schuhen die größtmögliche Aufmerksamkeit! Sie tun sich selbst damit etwas Gutes, wenn Sie nicht an der falschen Stelle sparen.
Lassen Sie sich beim Schuhkauf genug Zeit, probieren Sie verschiedene Modelle aus und lassen Sie sich vom Fachpersonal beraten, ob Sie einen besonders schmalen, breiten, hohen oder flachen Fuß durch eine passende Sohle ausgleichen können. Bedenken Sie aber, dass Schuhe und Sohlen nicht markenübergreifend kombiniert werden dürfen, weil sonst die Sicherheitsklasse nicht mehr gültig ist.

Und was wäre noch das Sahnehäubchen auf einem hochwertigen Schuh? Richtig, der passende Socken! Nicht nur passend von der Größe her, sondern passend zur Jahreszeit und zur Wärmeproduktion Ihres Fußes.

Wenn an den Füßen alles zum Besten steht, wird Ihr Arbeitstag sicher und angenehm. Sie können gute Leistungen erbringen, und der Feierabend ist nicht durch wunde Füße oder müde Beine beeinträchtigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.