VOGELGRIPPE GEFLÜGELPEST PANDEMIE
(Auszug aus einem Artikel von www.wikipedia.de)
Aufbau des Virus
Übertragung von Tier zu Tier
Symptome bei Tieren
Ausbreitung im Jahr 2005
Die Situation im Jahr 2006
Südostasien
Europa, Türkei, mittlerer Osten
Österreich
Deutschland
Afrika
Bekämpfung
Übergänge von A/H5N1 auf Menschen
Gesicherte Erkrankungs- und Todesfälle
Risikolage für Menschen bei einer möglichen Pandemie
Allgemeine Empfehlungen zum Infektionsschutz für Menschen
Impfungen
Symptome beim Menschen
Behandlung beim Menschen
Die Vogelgrippe, die durch den Virus-Subtyp Influenza A/H5N1 verursacht wird, ist wie alle anderen durch Influenzaviren
verursachten Geflügelkrankheiten eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der insbesondere Hühner, Puten,
Gänse, Enten und wildlebende Wasservögel, aber auch viele andere Vögel betroffen sein können.
In Einzelfällen sind die Viren in den vergangenen Jahren auch auf Säugetiere und auf Menschen übertragen
worden.
Der Begriff Vogelgrippe wurde bis vor kurzem völlig gleichbedeutend mit dem Begriff Geflügelpest verwendet.
Als Folge der zur Zeit stattfindenden Ausbreitung des Erregers A/H5N1 wird er inzwischen aber stärker eingeengt
und auf den Seuchenzug dieses Influenza-Subtyps bezogen.
Aufbau des Virus
Das Virus Influenza A/H5N1 besitzt 12 Proteine. Der Durchmesser des Virus liegt bei etwa 100 Nanometer. Insgesamt
besteht es aus 14.000 genetischen Bausteinen. Zum Vergleich: Der Mensch verfügt über 3,2 Milliarden genetische
Bausteine.
Übertragung von Tier zu Tier
Grundsätzlich beobachtet man die gleichen Infektionswege wie bei anderen Influenzaviren: die Viren verbreiten
sich über Kotpartikel sowie beim Schlachten über Blut, daneben auch über Kleidung und Geräte.
Der Erhalt der Infektionsfähigkeit des Erregers ist in der Außenwelt nicht sehr hoch, jedoch kann das
Virus, geschützt durch organisches Material wie Körpersekrete, Kot und Ähnliches, insbesondere bei
niedrigen Temperaturen, einige Monate überstehen. Infektiös bleiben die Viren im Allgemeinen 105 Tage
in Flüssigmist, 30 bis 35 Tage in Kot und Geflügelfleisch oder bei 4°C gelagerten Eiern, sowie sieben
Tage lang bei 20°C. Nach bisherigen Erkenntnissen ist eine Übertragung über durchgegarte Geflügel-
und andere Fleischprodukte ausgeschlossen.
Influenza A-Viren sind unter wild lebenden Enten und anderen Wasservögeln weit verbreitet; diese Tiere werden
daher als „natürliches Reservoir für das Virus“ bezeichnet. Charakteristisch für solche Reservoirwirte
ist häufig, dass sie selbst gar nicht oder zumindest nicht schwer erkranken. Evolutionsbiologen deuten derartige
Formen einer Koexistenz dahingehend, dass auf längere Sicht vor allem jene an ihren Reservoirwirt besser angepassten
Varianten eines Virustyps sich durchsetzen, die zum eigenen Vorteil ihren Wirt nicht mehr töten und ihn so
langfristig zur Vermehrung und Verbreitung benutzen können (attenuierte Viren).
H5N1 fiel jedoch in Asien dadurch auf, dass durch dieses Virus auch viele von anderen Influenza A-Viren weniger
stark gefährdete Zugvögel getötet wurden. Als noch stärker gefährdet gelten vor allem
Hühner und Puten, aber auch Fasane, Wachteln, Perlhühner und diverse Wildvögel. Wanderwasservögel,
See- und Küstenvögel gelten als weniger anfällig für die Erkrankung. Aber auch sie können
Vektoren sein, und ihr Wanderverhalten (Vogelzug) kann zur weiten geografischen Verbreitung beitragen. Tauben sollen
zwar selbst nicht sehr empfänglich für A/H5N1 sein, es wird aber befürchtet, dass sie die Erreger
als mechanische Vektoren im Gefieder verbreiten.
Säugetiere sind weniger empfänglich für das Virus, werden aber - wie zum Beispiel Hausschweine -
gelegentlich infiziert. Aus Thailand wurde berichtet, dass in zwei Zoos Tiger und Leoparden nach dem Verzehr von
infiziertem Geflügel an A/H5N1 starben.
Von welchen Wirtstieren A/H5N1 auf Zuchtgeflügel überging, ist bisher nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet,
dass dieser Erreger bereits vor seinem ersten Hervortreten unter Hühnervögeln (im Jahr 1997 in Hongkong)
unter südchinesischen Enten und Gänsen verbreitet war. Aufgrund der raschen Reaktion der Behörden
von Hongkong, die den gesamten Zuchtgeflügelbestand töten ließen, habe man offenbar alle für
Hühnervögel gefährlichen Virusvarianten ausrotten können. Bei den erneuten Ausbrüchen
des Erregers Ende 2003 / Anfang 2004 in anderen Regionen Südostasiens wurde nicht mit ähnlich drakonischen
Maßnahmen reagiert, mit der Folge, dass A/H5N1 sich von Jahr zu Jahr weiter ausbreiten konnte.
Im Sommer 2005 haben Robert Webster vom St. Jude Children's Research Hospital in Memphis (USA) und seine Forscherkollegen
aus Asien festgestellt, dass der Subtyp A/H5N1 die Hausenten in Asien inzwischen weniger stark erkranken lässt
als noch vor Jahren. Damit bestehe die Gefahr, dass diese Hausenten als neue Reservoirwirte zu einem Sammelbecken
für A/H5N1-Varianten werden und sie somit auch die Erreger auf andere Tierarten und den Menschen zunehmend
übertragen können, denn sie scheiden die Viren ungewöhnlich lange über Kot und Atemwege aus.
Symptome bei Tieren
Gemäß einem Informationsblatte des Schweizerischen Bundesamtes für Veterinärmedizin führt
A/H5N1 zu folgenden Krankheitssymptomen bei den infizierten Tieren:
Apathie, kein Appetit
stumpfes, struppiges Federkleid
hohes Fieber (die Normal-Körpertemperatur bei Vögeln beträgt ca. 40°C)
schwere Atmung bei offenem Schnabel
Ödeme (d. h. Schwellungen aufgrund Flüssigkeitsaufstauung) am Kopf, Hals, Kamm, Kehllappen, den Beinen
und den Füßen
Blauverfärbung von Haut und Schleimhäuten
wässerig-schleimiger und grünlicher Durchfall
Störungen des ZNS (sonderbare Haltung des Kopfes, motorische Koordination gestört)
gesenkte Legeleistung, Eier dünnwandig oder sogar ohne Schale
bei einzelnen Tieren blau-schwarze Verfärbung des Kamms
Tod bei nahezu allen Tieren
Mehr als 15 % einer Geflügelherde kann an einem Tag sterben, bevor Symptome auftreten.
Ausbreitung im Jahr 2005
Zunächst 1997 und danach zwischen Dezember 2003 und Sommer 2004 gab es, von Hongkong ausgehend, in mehreren
Staaten Südost- und Ostasien wiederholt größere Ausbrüche von A/H5N1 unter Zuchtgeflügel.
Betroffen waren die Volksrepublik China, Südkorea, Thailand, Vietnam, Indonesien, Kambodscha, Malaysia und
Japan. Im Jahr 2005 wurden zudem mehrere größere Ausbrüche unter frei lebenden Vögeln beobachtet.
Vogelzüge werden auch dafür verantwortlich gemacht, dass sich die Seuche im Jahr 2005 immer weiträumiger
ausbreiten konnte.
Ausbreitung der aviären influenza Typ H5 1. Quartal 2006Im Sommer 2005 wurde A/H5N1 zunächst in Geflügelbeständen
in Sibirien (Region Nowosibirsk) und in Kasachstan nachgewiesen, ferner in der Mongolei und schließlich im
Ural. Ab Oktober 2005 gab es bestätigte H5N1-Infektionen unter Geflügel in Rumänien, in Kroatien
und in der Türkei.
Im November 2005 wurde A/H5N1 auch (bei einem einzigen Tier) in Kuwait nachgewiesen.
Weitere Details siehe unter: Ausbreitung von Influenza A/H5N1 im Jahr 2005
Die Situation im Jahr 2006
Die Ausbreitung des Erregers A/H5N1 ist nach Ansicht des Vorsitzenden des Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation
(WHO), Klaus Stöhr, fast nicht mehr zu stoppen. „Das haben wir zwar geglaubt, als das Virus bei den Wildvögeln
noch nicht verbreitet war“, sagte Stöhr am 14. Februar 2006 im hr. Wegen der Übertragung durch Wildvögel
seien nun aber die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Erregers - wie Gepäckkontrollen
und das Verbot von Tiertransporten - ineffektiv geworden.
Südostasien
Sowohl aus Thailand als auch aus Vietnam wurden der OIE im Januar 2006 mehrere neue Ausbrüche von A/H5N1 gemeldet.
Am 1. Januar 2006 wurde aus dem Landkreis Guiyang der Provinz Guizhou (VR China) ein Ausbruch von A/H5N1 unter
Wachteln entdeckt, dem nach amtlichen Angaben 16.000 Tiere zum Opfer fielen; weitere 42.000 Wachteln wurden vorsorglich
getötet.
Am 2. Februar 2006 wurde erneut aus der VR China ein Ausbruch von A/H5N1 gemeldet, und zwar aus dem Ort Yijing
nahe der Stadt Yangquan in der der Provinz Shanxi. Dort verendeten 15.000 Hühner, mehr als 60.000 Hühner
des gleichen Bestands sowie 125.000 Tiere in der Nachbarschaft wurden vorsorglich getötet.
Europa, Türkei, mittlerer Osten
Anfang Januar 2006 wurde in der osttürkischen Provinz Van ein größerer Ausbruch von A/H5N1 unter
Hausgeflügel bekannt, der von den Behörden offenbar nicht rechtzeitig erkannt worden war. Im Dorf Dogubeyazit
trat der Erreger jedenfalls auf einige Bewohner über und verursachte mehrere Todesfälle. Bis Mitte Januar
2006 wurden auch im Westen der Türkei sowie in diversen anderen Regionen des Landes Ausbrüche von H5N1
unter Wildenten und unter Hausgeflügel entdeckt. Nach Angaben der WHO konnte man bis dahin H5N1-Ausbrüche
in 12 der 81 türkischen Provinzen sicher nachweisen, in 19 weiteren Provinzen gab es Verdachtsfälle.
Am 4. Januar 2006 wurden in Rumänien weitere sieben Infektionsherde von H5N1 bei Geflügel bekannt gegeben,
nachdem das EU-Referenzlabor in Weybridge Proben untersucht hatte. Die betroffenen Dörfer liegen rund 150
km nordöstlich von Bukarest in der Nähe des Karpaten-Knies. Seit Ausbruch der A/H5N1-Viren im Donaudelta
Anfang Oktober 2005 hat sich die Tierseuche damit ca. 200 km in Richtung Westen ausgebreitet. Bis Ende 2005 wurden
nur vier von bis dahin nachweislich 23 rumänischen Infektionsherden für beseitigt erklärt.
Am 29. Januar 2006 wurde von der EU-Kommission bekannt gegeben, dass im türkisch kontrollierten Nordzypern,
in der Nähe der Hafenstadt Famagusta, bei Hühnern und Puten H5N1-Infektionen festgestellt und im EU-Referenzlabor
Weybridge bestätigt wurden.
Am 3. Februar 2006 wurde der World Organisation for Animal Health durch das irakische Landwirtschaftsministerium
mitgeteilt, dass es seit dem 18. Januar 2006 im Nordirak wiederholt H5-Ausbrüche gegeben habe, denen mehrere
hundert privat gehaltene Tiere zum Opfer fielen (Hühner, Gänse, Puten, Enten). Am 7. Februar wurde ein
H5-Ausbruch unter Tauben durch ein Labor in Bagdad serologisch bestätigt.
Am 10. Februar 2006 teilte das Gesundheitsministerium von Aserbaidschan mit, durch das EU-Referenzlabor im britischen
Weybridge sei bestätigt worden, dass Nahe der Halbinsel Apscheron am Kaspischen Meer erstmals tot im Wasser
treibende Zugvögel mit A/H5N1 entdeckt wurden.
Am 11. Februar 2006 meldete die Nachrichtenagentur Reuters, das italienische Gesundheitsamt sowie Behörden
aus Griechenland hätten H5N1-Verdachtsfälle in Süditalien bzw. im nördlichen Griechenland bekannt
gegeben. In Italien sei das Virus bei Schwänen in Kalabrien und Apulien sowie auf Sizilien nachgewiesen worden,
in Griechenland nahe der Hafenstadt Thessaloniki. Gleichzeitig gab es Berichte über neuerliche H5N1-Fälle
in Rumänien nahe der bulgarischen Grenze sowie über den Fund eines H5N1-infizierten Höckerschwans
nahe der rumänischen Grenze in Bulgarien. Dieser Schwan war bereits am 31. Januar an der Donau entdeckt worden,
der Vorfall wurde jedoch erst am 12. Februar an die OIE gemeldet.
Am 12. Februar 2006 wurde nach Angaben der EU-Kommission in Slowenien bei einem in der Nähe von Maribor verendeten
Höckerschwan sowie bei einem Graureiher H5-Viren nachgewiesen. Das zuständige EU-Labor in Weybridge bei
London wurde beauftragt, eine genauere Bestimmung des Virus-Subtyps durchzuführen. Am 15. Februar 2006 wurde
das gesamte Staatsgebiet vom slowenischen Landwirtschaftsministerium zur Vogelgrippe-Risikozone erklärt.
Am 14. Februar 2006 gab die iranische Veterinärbehörde die ersten Fälle einer H5N1-Infektion in
diesem Land bekannt. In einer offiziellen Erklärung hieß es, Laborergebnisse aus dem Ausland hätten
bestätigt, dass mehr als 150 ab dem 2. Februar tot aufgefundene Höckerschwäne an H5N1-Viren verendet
seien. Die Schwäne stammten aus Feuchtgebieten an der nordiranischen Küste, aus der Nähe des Hafens
Bandar-e Ansali am Kaspischen Meer, wo viele Zugvögel überwintern.
Am 15. Februar 2006 wurden auch aus Ungarn 11 tote Schwäne gemeldet, bei denen der Verdacht auf eine H5N1-Infektion
bestand. Die Tiere waren 60 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Budapest auf der teilweise zugefrorenen Donau
entdeckt worden. Zugleich wurden neue Verdachtsfälle unter frei lebenden Vögeln aus dem rumänischen
Donaudelta sowie aus einer Hühnerfarm in der russischen Teilrepublik Dagestan gemeldet.
Österreich
Am 14. Februar 2006 wurde von einem Vertreter der Behörde für Lebensmittelsicherheit in Wien der Verdachtsfall
einer H5-Infektion bei zwei Schwänen bekannt gegeben, die tot in der österreichischen Gemeinde Mellach
(nahe der Marktgemeinde Wildon) im Süden der Landeshauptstadt Graz gefunden worden waren. Tags darauf gab
das amtliche österreichische Gesundheitslabor AGES bekannt, bereits am 13. Februar H5N1-Viren definitiv nachgewiesen
zu haben. Man spreche jedoch so lange nur von einem "Verdacht", bis die Ergebnisse vom EU-Referenzlabor
im britischen Weybridge bestätigt wurden.
Deutschland
Am Abend des 14. Februar 2006 wurde bekannt, dass bei zwei nahe Trent (Rügen) tot aufgefundenen Höckerschwänen
aufgrund eines Schnelltests der Verdacht auf H5N1 bestehe; die Tiere waren bereits einige Tage zuvor gefunden worden.
Dieser Verdacht wurde am darauf folgenden Morgen vom Leiter des Robert-Koch-Instituts offiziell bestätigt.
Am frühen Nachmittag meldete die Agentur ddp unter Berufung auf das Landratsamt in Bergen den Fund von mehr
als 100 frisch verendeten Schwänen nahe der Wittower Fähre auf Rügen. Der zuständige Amtstierarzt
von Bergen habe ferner mitgeteilt, dass H5N1 auch bei einem Habicht festgestellt wurde, der von einem Jäger
am 5. Februar bei Dranske gefunden worden war. In den Wochen zuvor waren wiederholt tote Wildvögel untersucht
worden, ohne dass H5N1 bei ihnen festgestellt wurde.
Am 15. Februar gab das Friedrich-Loeffler-Institut bekannt, die auf Rügen gefundenen H5N1-Viren seien eng
mit Virusvarianten verwandt, die man im Jahr 2005 in der Mongolei und am westchinesischen Qinghai-See nachgewiesen
hatte.
Entsprechend den Vorschriften der Geflügelpest-Verordnung wurde im Umkreis der Fundstelle ein Sperrbezirk
eingerichtet und Stallpflicht sowie ein Transportverbot für Geflügel angeordnet. Der Landwirtschaftminister
von Mecklenburg-Vorpommern verfügte zudem in einer ab 15. Februar gültigen Allgemeinverfügung Vogelgrippe,
dass alle Geflügelhalter des Landes ihre Tiere aufstallen müssen. Der Landwirtschaftsminister des angrenzenden
Niedersachsens rief die Geflügelhalter in seinem Bundesland dazu auf, ebenfalls alle Tiere ab sofort im Stall
zu halten. Die bundesweite Stallpflicht für Nutzgeflügel tritt nach einer Eilverordnung des BMELV am
17. Februar in Kraft.
Afrika
Am 8. Februar 2006 teilte die World Organisation for Animal Health in Paris mit, dass es bereits seit dem 10. Januar
2006 in der nigerianischen Stadt Jaji im Bundesstaat Kaduna in einer Legehennen-Batterie zu einem Ausbruch von
A/H5N1 gekommen sei. Ein Referenzlabor in Padua habe die Erreger zweifelsfrei nachgewiesen. Das nigerianische Landwirtschaftsministerium
gab die Zahl der getöteten Tiere mit 40.000 an.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wies umgehend darauf hin, dass der Erreger bereits auf weiteres, von Privatleuten
gehaltenes Geflügel übergegangen sein könnte. Tatsächlich gab es bereits am 10. Februar 2006
Erklärungen von offiziellen nigerianischen Stellen, dass in zwei weiteren Regionen des Landes H5N1-Verdachtsfälle
aufgetreten seien.
Der Direktor der Weltgesundheitsorganisation äußerte sich in einer auf der Webseite der WHO veröffentlichten
Stellungnahme am 9. Februar 2006 außerordentlich besorgt darüber, dass Übergänge von A/H5N1
auf den Menschen in Nigeria und dessen Nachbarstaaten nicht oder zu spät erkannt und so womöglich auch
ein gehäufter Übergang von Mensch zu Mensch zunächst unentdeckt bleiben könnte: "Die afrikanischen
Gesundheitssysteme haben schon jetzt damit zu kämpfen, die Erkrankungen von Kindern und Erwachsenen an HIV
/ AIDS, Tuberkulose, Malaria, Atemwegserkrankungen und anderen Infektionen zu bewältigen. H5N1-Erkrankungen
bei Menschen können daher möglicherweise nur schwer von anderen Krankheiten unterschieden werden. Wir
wissen zudem nicht, welche Auswirkungen es haben wird, wenn viele Menschen, die ohnehin schon immungeschwächt
und gesundheitlich anfällig sind, zusätzlich den Erregern der aviären Influenza ausgesetzt sind."
Die Agentur epd meldete am 15. Februar 2006 unter Berufung auf den französischen Auslandsrundfunk RFI, dass
der nigerianische Gesundheitsminister mehrere neue H5N1-Verdachtsfälle in seinem Land bestätigt habe,
so dass inzwischen der gesamte Norden Nigerias von der Seuche betroffen sei. Ferner gebe es laut FAO einen ersten
Verdachtsfall in Niger, was von dessen Regierung aber bestritten werde.
Bekämpfung
Bei Ausbrüchen der Erkrankung in der Tierhaltung wird regelmäßig der gesamte Tierbestand der betroffenen
Halter getötet. Die Kadaver werden verbrannt oder auf andere Weise unschädlich gemacht, um eine Übertragung
auf andere Tierbestände zu verhindern. Daher ist die Anzahl der getöteten Tiere regelmäßig
sehr viel größer als die Zahl der nachweislich infizierten Tiere. Dies wiederum hat zur Folge, dass
keinerlei verlässliche Daten über die Anzahl erkrankter Tiere und auch nur grobe Schätzungen zur
Zahl der getöteten Tiere existieren.
Es gibt ferner für Tiere seit langem eine Reihe wirksamer Totimpfstoffe gegen Vogelgrippeviren. Die WHO warnte
jedoch vor Impfungen, da geimpfte Tiere nicht mehr von virentragenden Tieren unterschieden werden könnten.
Überdies könnten geimpfte, infizierte Vögel zu Überträgern der Grippe werden, ohne Symptome
zu zeigen. Dennoch gab es am 20. Oktober 2005 seitens der EU die Forderung an die Mitgliedsländer, Impfprogramme
für Zootiere vorzubereiten. Am 15. November 2005 wurde der Generaldirektor der Weltorganisation für Tiergesundheit
(OIE) in Pressemeldungen zitiert, dass A/H5N1 in Vietnam und Indonesien nicht mehr eingedämmt werden könne,
indem man dort nur Tiere schlachte. Er sprach sich daher für eine flächendeckende Impfung der Tiere aus.
Am gleichen Tag kündigte die VR China eine Impfung ihres gesamten Geflügelbestandes an, der nach offiziellen
Schätzungen 15 Milliarden Tiere umfassen soll. Nach Meldung der Tageszeitung China Daily vom 26. Dezember
2005 wurde in China nach vier Jahren Forschung der erste Lebendimpfstoff gegen Vogelgrippe bei Tieren zur Marktreife
entwickelt, der auch gegen die Newcastle-Krankheit wirken soll.
In Deutschland erfolgt die Bekämpfung der Geflügelpest auf Rechtsgrundlage des Tierseuchengesetzes, der
Geflügelpest-Verordnung und der Geflügelpestschutzverordnung. Auf Basis dieser Rechtslage sind in Deutschland
u. a. seit 30. Oktober 2005 Geflügelmärkte und Vogelbörsen nur noch in Ausnahmefällen erlaubt;
in einzelnen deutschen Bundesländern und in Österreich sind sie sogar ganz verboten. Bei einer Jagd dürfen
keine Lockvögel mehr eingesetzt werden und Geflügelbestände dürfen nur noch mit Leitungswasser
getränkt werden. Eine Entnahme von Trinkwasser aus freier Natur (Flüsse, Bäche, Seen, Tümpel
usw.) ist zur Zeit untersagt. Besonders bei seltenen Arten dürfen die einzelnen Bundesländer das Impfen
von Zootieren zulassen.
Die Einfuhr von Ziervögeln in die Europäische Union war zunächst bis Ende Januar 2006 verboten.
Die Europäische Union und die Schweiz haben außerdem einen Importstopp für Geflügelprodukte
aus den von H5N1-Ausbrüchen betroffenen Ländern verhängt. Ferner gilt ab 20. Februar 2006 in Deutschland
erneut ein Verbot der Freilandhaltung von Geflügel.
Um einheimisches Geflügel vor einer möglichen Übertragung von Influenzaviren durch Wildvögel
zu schützen, wird derzeit in Deutschland auch ein erweitertes Überwachungsprogramm durchgeführt,
vorrangig bei wild lebenden Enten und Gänsen. Das Beprobungsprogramm stützt sich auf Beringungsstationen,
Naturschutzbehörden und Jäger: Sie entnehmen Proben wie Rachen- und Kloakentupfer oder Kot. Die Proben
werden in einem speziellen Transportgefäß an die zuständige Untersuchungseinrichtung geschickt
und dort auf Influenzaviren getestet. Auffällige Proben werden dann im nationalen Referenzlabor, dem Friedrich-Loeffler-Institut
(FLI) nachuntersucht und genauer charakterisiert.
Übergänge von A/H5N1 auf Menschen
Die Vogelgrippe ist eine Zoonose, also eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann.
Übergänge des A/H5N1 von Geflügel auf den Menschen sind derzeit selten, enden aber im Falle einer
Erkrankung in erschreckend hohem Maße tödlich. Zwei Übergänge von Mensch zu Mensch sind möglicherweise
vorgekommen, konnten aber nicht mit letzter Sicherheit nachgewiesen werden.
Gefährdet durch A/H5N1 sind vor allem Personen mit intensivem Kontakt zu infizierten Tieren, zum Beispiel
beim Schlachten (Umgang mit Blut und Kot). Alle in der Türkei an der Folgen einer H5N1-Infektion gestorbenen
Kinder hatten nach Angaben der WHO zuvor unmittelbaren Kontakt zu erkranktem Geflügel.
Es gibt Hinweise darauf, dass auch der Erreger der spanischen Grippe von 1918 von Geflügel auf den Menschen
überging.
Gesicherte Erkrankungs- und Todesfälle
Die einzig zuverlässige Statistik über H5N1-Erkrankungen bei Menschen ist die offizielle Statistik der
Weltgesundheitsorganisation (WHO). Da die WHO aber Erkrankungsfälle erst dann ausweist, wenn sie von ihren
eigenen Experten überprüft wurden, unterscheiden sich die WHO-Fallzahlen häufig von den Fallzahlen,
die nationale Regierungen veröffentlichen. Dennoch sollte insbesondere die aus der WHO-Statistik hervorgehende,
extrem hohe Todesrate sehr zurückhaltend interpretiert werden, da mutmaßlich nicht alle Erkrankungsfälle
genau untersucht und daher auch nicht gemeldet werden. Vor allem die aus Kambodscha gemeldeten Daten geben Anlass
zu Zweifeln an der Korrektheit der an die WHO gemeldeten Zahlen, da dort angeblich sämtliche Erkrankungsfälle
tödlich endeten.
In der Türkei wurden am 4. Januar 2006 von den Behörden der osttürkischen Stadt Van mehrere später
von der WHO bestätigte H5N1-Verdachtsfälle (zumeist Kinder und Jugendliche) gemeldet, alle Personen hatten
zuvor intensiven Umgang mit erkranktem Geflügel. Drei Geschwisterkinder im Alter von 11, 14 und 15 Jahren
aus dem Dorf Dogubayazit verstarben, der 14-jährige Junge bereits am 1. Januar 2006. Genetische Analysen ergaben,
dass die Viren eine sehr große Ähnlichkeit zu den aus Qinghai bekannten Varianten aufweisen und auf
Tamiflu sowie vermutlich sogar auch auf Amantadin ansprechen. Am 8. und 9. Januar 2006 meldeten die Nachrichtenagenturen
unter Berufung auf Behördenangaben, dass auch in Ankara und in den nordtürkischen Regionen Kastamonu,
Corum und Samsun H5N1-Verdachtsfälle registriert wurden.
Einem Bericht des irakischen Gesundheitsministeriums zufolge starb am 17. Januar ein 15jähriges Mädchen
aus dem Ort Raniya (Provinz Sulaimaniyya) an den Folgen einer H5N1-Infektion sowie 10 Tage später ihr Onkel,
der das Mädchen gepflegt hatte. Dieser zweite und ein weiterer Verdachtsfall wurden von der WHO bisher noch
nicht bestätigt.
Bei den wiederholten Ausbrüchen der Krankheit starben seit Dezember 2003 von 169 registrierten infizierten
Menschen nachweislich 91 Personen (WHO, Stand: 13. Februar 2006). Im Einzelnen weist die WHO-Statistik folgende
bestätigte Erkrankungsfälle bei Menschen (confirmed human cases) aus:
Kambodscha: 4 Erkrankungen, 4 Todesfälle
VR China: 12 Erkrankungen, 8 Todesfälle
Indonesien: 25 Erkrankungen, 18 Todesfälle
Irak: 1 Erkrankung, 1 Todesfall
Thailand: 22 Erkrankungen, 14 Todesfälle
Türkei: 12 Erkrankungen, 4 Todesfälle
Vietnam: 93 Erkrankungen, 42 Todesfälle
Weitere Details siehe unter: Ausbreitung von Influenza A/H5N1 im Jahr 2005
Risikolage für Menschen bei einer möglichen Pandemie
Seit geraumer Zeit hat die WHO dem Erreger A/H5N1 unverändert die Pandemie-Warnstufe 3 zugeordnet, das heißt
den Beginn der Alarmphase. Die Mehrzahl der Experten befürchtet, das Vogelgrippevirus könne sich mit
einem Erreger der Humangrippe kreuzen. Dies ist prinzipiell möglich, wenn Schweine oder Menschen gleichzeitig
mit A/H5N1 und einem Erreger der Humangrippe (zumeist A/H1N1 oder A/H3N2) infiziert sind. Auf diese Weise könnte
ein neuer Virussubtyp entstehen, bei dem eine Pandemie droht, wenn seine Ausbreitung nicht unterbunden werden kann.
Gestützt wird diese Theorie durch Ergebnisse US-amerikanischer Forscher, die im Herbst 2005 den Erreger der
spanischen Grippe A/H1N1 rekonstruierten. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler legten nahe, dass das von ihnen
rekonstruierte Virus H1N1 von einem Vogelgrippe-Virus abstammte und die Fähigkeit entwickelte, den Menschen
zu befallen. Die Spanische Grippe sprang diesen Forschern zufolge allerdings nicht nach einer Reassortierung („Kreuzung“)
mit Humangrippeviren über, sondern nach wenigen Mutationen. Seitdem das bekannt wurde, wird die Gefahr einer
erneuten Grippe-Pandemie deutlich höher eingestuft. So erklärte beispielsweise Reinhard Kurth, der Präsident
des Robert Koch-Instituts, am 18. August 2005 in der FAZ: „Die Gefahr einer Pandemie ist real und das Risiko derzeit
so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr." Im Januar 2006 ergänzte Kurth: „Das Virus mutiert sehr schnell."
Das Institut geht Kurth zufolge in seinen Planungen für den Pandemie-Fall davon aus, dass bei mittelschwerer
Pathogenität des Erregers ca. 30 Prozent der Bevölkerung an der Virusgrippe erkranken.
Allgemeine Empfehlungen zum Infektionsschutz für Menschen
Das Robert Koch-Institut hat Empfehlungen herausgegeben, falls das Virus tatsächlich massiv auf den Menschen
übertreten sollte. Sollte es hierzu kommen, sind Personen, die in engem Kontakt zu kranken Tieren stehen,
gesetzlich dazu verpflichtet, bestimmte vorgeschriebene Schutzmaßnamen zu ergreifen; es gibt hierfür
einen Bundesmaßnahmenkatalog. Als sinnvoll ausgewiesen werden geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe,
Schutzbrille und insbesondere Mundschutz.
Das amerikanische CTNSP („Center for Technology and National Security Policy“) empfiehlt auf seiner Homepage:
Mundschutz mit N 95 Masken
regelmäßiges Händewaschen
Wohnung sauber halten und reinigen
Menschenmassen meiden
Eine Empfehlung des deutschen Auswärtigen Amtes lautet: In Gebieten, in denen A/H5N1 verbreitet ist, sollten
Geflügelfleisch und Eier vor dem Verzehr über 70°C erhitzt werden, weil dies eventuell vorhandene
Viren verlässlich abtötet. In diesen Gebieten ist ein Kontakt mit Tieren, die potentiell erkrankt sein
könnten, zu vermeiden. Insbesondere sollte auf den Besuch von Vogel- oder Geflügelmärkten verzichtet
werden. Eine präventive Bevorratung mit Tamiflu® wird ausdrücklich nicht empfohlen.
Vor einer präventiven Einnahme antiviraler Mittel wird von Ärzten gewarnt, da man über die biologischen
Eigenschaften der Vogelgrippe noch zu wenig wisse und deshalb Unsicherheiten bei der Dosierung bestünden,
die nicht nur zu therapeutischen Fehlschlägen führen, sondern auch das Entstehen von Resistenzen fördern
könnten.
Das Robert Koch-Institut hat unter der Telefonnummer 01888/ 7543536 eine Hotline für Fragen zur Vogelgrippe
eingerichtet.
Impfungen
Eine Impfung gegen A/H5N1 wird seit geraumer Zeit in diversen Labors erforscht, sie steht jedoch noch nicht zur
Verfügung. Damit eine Impfung sicher gegen ein Virus zu wirken vermag, müssen insbesondere dessen Oberflächenproteine
bekannt sein. Gegen die momentan zirkulierenden H5N1-Virusstämme kann daher zwar voraussichtlich innerhalb
überschaubarer Zeitspannen eine wirksame Impfung entwickelt werden, nicht aber gegen heute noch völlig
unbekannte, künftige Virusstämme. Sollte das Virus tatsächlich mutieren und deshalb in stärkerem
Maße als heute von Mensch zu Mensch übergehen können, wäre zu erwarten, dass diese neue Eigenschaft
gerade auf veränderte Oberflächenproteine zurückzuführen ist.
Sollten die A/H5N1-Viruen mutieren, so dass sie von Mensch zu Mensch übertragen werden könnten, erwarten
einige Experten ein Szenario, das in zwei Phasen abläuft:
In einer ersten Phase von 3-6 Monaten stünde noch kein ausreichender Impfschutz zur Verfügung. In dieser
Phase wären antivirale Medikamente neben Schutzmaßnamen und Quarantäne die einzigen Waffen gegen
das Virus. Es wird daher empfohlen, für 20 – 25 % der Bevölkerung solche Medikamente vorrätig zu
halten.
In einer zweiten Phase wäre zwar ein Impfschutz entwickelt, die Produktionskapazitäten würden für
den großen Bedarf jedoch sehr wahrscheinlich nicht ausreichen. Daher sehen die amtlichen Notfallpläne
für den Pandemiefall u. a. auch vor, dass zum Beispiel Krankenhaus-, Polizei- und Feuerwehrpersonal mit Priorität
versorgt werden sollen. Viele Experten fordern ferner, staatlich subventionierte Über-Kapazitäten bei
den Arzneimittelherstellern aufzubauen. Weil außerdem nicht erwartet werden kann, dass Impfungen einen vollständigen
Schutz bieten, müssen die anderen Maßnahmen der Bekämpfung auch in der zweiten Phase angewandt
werden.
Obwohl ein verlässlicher Impfstoff gegen den Erreger einer Pandemie also erst hergestellt werden kann, wenn
der Ernstfall schon eingetreten ist, versuchen diverse Forschergruppen bereits heute, so genannte Prototyp-Impfstoffe
zu entwickeln und in klinischen Studien zu testen. Anhand von bekannten Varianten des H5N1-Erregers werden hierbei
Impfstoffe hergestellt, von denen man sich erhofft, dass man sie im Fall einer Pandemie rasch so verändern
kann, dass sie auch gegen den Pandemie-Erreger wirksam sind. Ob dies letztlich eine erfolgversprechende Strategie
sein wird, ist umstritten.
Eine herkömmliche Influenza-Schutzimpfung schützt nicht vor dem Virus A/H5N1, dennoch gibt es die Empfehlung
vieler Experten, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Dies gilt insbesondere dann, wenn man in H5N1-gefährdete
Gebiete reist. Eine „normale“ Grippeimpfung kann in der Regel eine Vermehrung der bekannten menschlichen Grippeviren
unterbinden. So kann eine gleichzeitige Infektion mit beiden Grippesubtypen verhindert werden und damit eine mögliche
"Kreuzung" eines menschlichen Grippevirus mit H5N1. Eine solche Neukombination könnte das Risiko
für Übergänge der Viren von Mensch zu Mensch stark erhöhen und zum Ausgangspunkt einer Pandemie
werden.
Besonders für Kleinkinder und für Erwachsene jenseits der 65 kann ferner eine Impfung gegen Pneumokokken
sinnvoll sein. Diese Bakterien sind häufig verantwortlich für die einer Virusinfektion unmittelbar folgende
Lungenentzündung: Wer sich mit einem Influenza-Virus infiziert und in der Folge stirbt, stirbt normalerweise
nicht unmittelbar durch die Viren, sondern an einer Sekundärinfektion; diese wird häufig durch Pneumokokken
hervorgerufen.
Allerdings gibt es aus Asien Berichte, dass viele an A/H5N1 Erkrankte eine akute Entzündung der unteren Lungenlappen
entwickelten, die unmittelbar vom Virus verursacht wurde. Zwei vietnamesische Kinder sollen überdies an einer
Enzephalitis gestorben sein, ohne zuvor Anzeichen einer Erkrankung der Atemwege gezeigt zu haben.
Symptome beim Menschen
Bei an Vogelgrippe erkrankten Menschen sind bislang nach einer Inkubationszeit von zwei bis maximal 14 Tagen bei
Krankheitsbeginn zunächst folgende grippeähnliche Anzeichen beobachtet worden (siehe Influenza):
extrem hohes Fieber
Husten
Atemnot
Halsschmerzen
Teils auch Durchfall, seltener Bauchschmerzen und Erbrechen.
Im weiteren Krankheitsverlauf sehr oft:
Lungenentzündung (Pneumonie)
Magenbeschwerden
Darmbeschwerden
Erhöhung der Leberwerte
starke Verminderung der Leukozyten (Leukopenie)
starke Verminderung der Erythrozyten (Anämie)
starke Verminderung der Thrombozyten (Thrombozytopenie)
Gelegentlich entwickelten Patienten zusätzlich eine Nierenschwäche, die sich später bis hin zum
kompletten Nierenversagen steigerte. Häufig jedoch stellte sich ein tödliches Lungenversagen ein, oder
die Erkrankten verstarben an einem Multiorganversagen. Die relativ hohe Todesrate ist bei neuartigen Viruserkrankungen
nicht ungewöhnlich und erklärt sich u. a. dadurch, dass dieses Virus einerseits noch nicht an den Menschen
angepasst ist (und daher seinen Wirt rasch umbringt, statt ihn als „Werkzeug“ zur Weiterverbreitung zu nutzen)
und andererseits der Mensch so gut wie keine Abwehrkräfte gegen diesen Virussubtyp besitzt.
Einer Hongkonger Forschergruppe zufolge setzen die Viren vor allem in der Lunge bestimmte entzündungsfördernde
Stoffe (Cytokine) frei, die ganz allgemein die Immunantwort des Körpers gegen eingedrungene Erreger aktivieren.
Von den H5N1-Viren werden allerdings drei- bis fünfmal so viele Cytokine freigesetzt wie von Humangrippeviren,
was rasch zu einem schweren toxischen Schock führen kann.
Behandlung beim Menschen
Bei erkrankten Menschen können im Frühstadium der Krankheit die antiviralen Neuraminidase-Hemmer Oseltamivir
(Handelsname Tamiflu®) zur Einnahme oder Zanamivir (Handelsname Relenza®) zur Inhalation helfen, sofern
der Erreger gegen diese Medikamente nicht resistent ist. Nach Berichten von japanischen Medizinern in „Nature“
gibt es bereits gegen Oseltamivir resistente Virenstämme von A/H5N1.
Auszug aus einem Artikel von www.wikipedia.de
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